In dieser Welt möchte ich nicht leben
Inspiriert von dem Artikel “Ist das die Welt in der ich leben will” auf netzpolitik.org, fielen mir folgende Zeilen ein.
Die Welt, in der ich nicht leben will, wird mancherorts schon heftig angepriesen. Penetrante Werbung, Lügen, sinnlose Gewalt, schamlose Politiker, skrupellose Manager, Panikmache um das Volk von wichtigen Themen abzulenken, Rassismus, furchtbare und einfallslose Musik, Religion als Mittel zum Zweck und immer grinsende Fratzen mit superweißen Zähnen.
Die Welt, in der ich nicht leben will beinhaltet eine totale Überwachung durch Staatsorgane, die zwangsläufig darauf folgende Willkür selbiger nicht ausschließt.
In der Welt, in der ich nicht leben will, gibt es keine freie Software, die es mir ermöglicht meine Arbeit zu verrichten und nebenbei selbst kreativ zu werden.
In dieser Welt gibt es auch keine freien Informationen, die es mir ermöglichen mit wenig Kosten meinen Horizont ständig zu erweitern. Es wird mir nur ein gewisser Teil an Informationen zugänglich gemacht, der für die gerade regierende Riege nützlich sein könnte und der von einem einzigen Verlag bereitgestellt wird. Jedes zweite Wort ist in dieser Welt patentiert.
Die Welt, in der ich nicht Leben will, wird geführt von Heuchlern, die, um es frei mit den Worten Heines auszudrücken “Wasser predigen und Wein trinken…”
In der Welt, in der ich nicht leben will, zählt nur der Job, die Macht und das Geld. Freundschaften und gesundes, ungezwungenes Miteinander gibt es nicht mehr.
In der Welt, in der ich nicht leben will, ist Ganja verboten. Ebenfalls herrscht in dieser Welt ein generelles Rauchverbot. Sex darf man in dieser Welt nur einmal in der Woche vollziehen und es gibt nur eine Religion.
In der Welt, in der ich nicht leben will, fängt die Arbeitszeit 7Uhr an und endet 16Uhr. Nach der Arbeit muß jeder seinen Garten in Ordnung halten, den Rasen pflegen, Auto putzen. 20Uhr wird der Strom abgestellt und man muß schlafen gehen, damit man am nächsten Tag wieder fit seine Arbeit verrichten kann.
Flexibilität und Kreativität sind in dieser Welt Wörter, die per Gesetz aus dem Wortschatz gestrichen wurden.
Ich könnte sicherlich noch ewig weiter schreiben, bekomme aber langsam Angst vor dieser Welt.
Die Welt, in der ich gerne leben möchte wird von Ton Steine Scherben in dem Song “Steig ein” geschildert.


