Anstatt einer Postkarte schicken wir dir diese Zeilen im Nachhinein…
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als unser Automobil im Urlaub sein Dasein fristete, funktioniert das aktuelle Fortbewegungsmittel fürderhin.
Es war unser erster Urlaub ohne Nachwuchs, der es vorzug lieber eine sogenannte “sturmfreie Bude” sein Eigen zu nennen. Diesen ersten, kinderlosen Urlaub gingen wir ganz ohne Verpflichtungen und Kompromisse an.
Geplant war es mit dem KFZ an die Ostsee zu düsen und ab dort mit dem Fahrrad entlang der Ostseeküste zu strampeln. Blöderweise hat uns nach 50km dermaßen die Poperze geschmerzt, daß wir uns doch für eine feste Unterkunft entschieden. Eine Unterkunft hatten wir allerdings nicht vor 12 Monaten, wie es sich anscheinend für einen Urlaub an der Osche gehört, gebucht. Ich dachte, daß wir, falls alle Stricke reißen, jederzeit in einem Hotel für irgendwas bei 100,- bis 150,-Euro pro Nacht unterkommen.
Nach 20 Telefonaten war uns klar, daß wir das Zweite mal in unserem Leben obdachlos sein werden und Panik machte sich langsam in unseren bürgerlichen Gesichtern breit. Also haben wir noch schnell ein paar Sixpacks Gerstensaft besorgt und uns auf die erste lange, kalte Nacht am Ostseestrand vorbereitet.
Wir durften einen herrlichen Sonnenuntergang erleben, nachdem wir ein paar Stunden unser neues Hobby “Geocaching” betrieben haben. Wir fotografierten mit unserer neuen “Aldi 10MP Digicam”, die uns an diesem Tag zu allem Ärger durch einen gemeinen, fiesen, kleinen Oberlippenbartdieb mit blondierter Frau und einem hässlichem Hund entwendet wurde. Wir stellten zwar den Übeltäter nach einer actionreichen Fahrradverfolgungstour durch den Wald um Heiligendamm, der gemeine Oberlippenbartträger bestritt aber den Besitz der “Aldi 10MP Digicam”, so daß uns nichts anderes übrig blieb, als ihm entweder
- tüchtig die Fresse zu polieren
- oder wieder abzuziehen und zu hoffen, daß irgendwann jeder das bekommt, was er verdient (in seinem Falle also Oberlippenbartkreps oder eine noch hässlichere Frau und einen dicken Furunkel ganz oben auf der Eichel)
Wir entschieden uns für das Letztere, auch wenn uns das manch Leser nicht glauben möge. (Glaubt nicht alles, was wir hier im Blog so zum Besten geben!)
Sei es drum, irgendwann sind wir an einem Parkplatz vorbei geradelt, auf dem ziemlich “black” gezeltet wurde, sind mit ein paar netten Menschen ins Gespräch gekommen, die uns wiederum in Richtung Meschendorf verwiesen haben.
In Meschendorf, leider mittlerweile ohne Bierchen, angekommen, wollten wir unser kleines Zelt aufschlagen, uns zusammenkuscheln und einfach nur noch schlafen. Dem Zelt fehlten allerdings einige wichtige Metallteile und Heringe (trotz mehrfacher Versicherung von kleinerlahnix, daß alles i.O sei), so daß wir es nur noch zum großen Müllcontainer legen konnten.
Völlig frustriert, deprimiert und misslaunig schlichen wir über den Platz, lernten ein paar Leute aus Hamburg kennen, die uns mit Astra versorgten und ihren ganzen bisherigen Urlaub zu Zweit mit sagenhaften 6,-Euro bestritten.
Was soll ich schreiben, liebe Tante Frieda, du kennst uns….unsere Laune stieg ins Unermessliche. Als uns die beiden Hamburger auch noch aufklärten, daß dieser Parkplatz einer der Lustigsten an der Osche ist, sank unser Blutdruck auf Normalpegel.
Wir stapften mit den Hamburgern zusammen zum Strand. Dort angekommen dachten wir das Paradies zu sehen. Es gab ein riesiges Lagerfeuer, Trommeln, Didgeridoo, schwarze Zelte, Leute aus der ganzen Welt, Sportzigaretten, Feuerspielchen von einigen Leuten von Pyrocatharsis, 5-Jährige Feuerkünstler, Love, Peace und Happiness.
Wir blieben hier kleben und wußten, daß wir unseren Urlaub nicht besser hätten organisieren können, verzichten auch im nächsten Jahr auf eine überteuerte Unterkunft, die wir 12 Monate vorher buchen müßten und genossen unseren Urlaub.



Zum Glück gab es nach dem Urlaub noch die Cams im Feinkosthaus Albrecht. Die Urlaubspics haben wir leider nur mit dem Handy geknipst.