Die Staatssicherheit der DDR gilt ja nicht erst seit gestern zu einem gern benutzten Totschlagargument der konservativen Parteien unserer “Demokratie”. Welch Aufschrei geht durch deutsches Land, wenn die Staatspresse wieder einen ehemaligen Mitarbeiter des MFS ausfindig gemacht hat. Schlagzeilen über Schlagzeilen…
Die Frage, ob es 20 Jahre nach der sogenannten friedlichen Revolution von Belang ist, muß jeder für sich entscheiden. Mir persönlich ist es inzwischen vollkommen egal, wer wo gearbeitet hat.
Ich halte die Auseinandersetzung mit dem “Hier”, dem “Jetzt” und der Zukunft für wichtiger, als sich bis in alle Ewigkeit mit der Stasi zu beschäftigen, die seit über 20 Jahren nicht mehr existent ist.
Die Frage, warum sich die Presse im Jahre 2010, lieber mit der Stasi, als mit aktuellen Ereignissen der Überwachungsorgane unserer “Demokratie” beschäftigt, wird mir wohl leider auf immer und ewig ein Rätsel bleiben.
Folgendes Mp3 ist nicht etwa eine erfundene Geschichte oder ein Realitätsbericht über alte DDR-Zeiten, nein die Tatsachen wurden 2009 aufgenommen und vor ein paar Tagen im Deutschlandfunk gesendet. Es handelt von Telefonüberwachung, Videoüberwachung, Hausdurchsuchung und dem ganz alltäglichen Behördenwahn unserer deutschen “Demokratie”.
Die Idealisten unter den Lesern bitte ich sich vor dem Hören zu setzen und die Beruhigungspillen bereit zu halten!
Als ich dieses Schild zu Beginn der gestrigen Bildungsstreikdemo in Erfurt das erste mal sah, fand ich es ziemlich amüsant.
Als später junge Menschen, Erfurter Schülerinnnen und Schüler, am Erfurter Schulamt von gewaltbereiten Schergen mit Pfefferspray zum Rückzug gezwungen wurden, als sie das Erfurter Schulamt betreten wollten, stellte ich fest wie wahr und gefährlich die Aussage auf dem Schild zu sein scheint.
Mehr als Worte wie jämmerlich, menschenverachtend, kinderverachtend und arm im Geiste, fallen mir zu dem gestrigen Vorfall einfach nicht ein.
Es gibt ja Menschen, die ihre politische Gesinnung versuchen am Getränk festzumachen, das sie zur Erfrischung zu sich nehmen. Manch einer schwört auf Africola, der Andere wiederum auf Becks oder Astra. Andere Bundesbürger zischen 10 Liter Mate pro Abend ohne sich vorher ernsthaft Gedanken über ihren natürlichen Harndrang zu machen.
Am 8.5.2009 gab es im Thüringer Landtag eine Debatte um die Ereignisse rund um die Räumung des “Besetzten Hauses Erfurt”, über die wir auch berichteten. Wir haben uns gerade sämtliche Videos dazu angeschaut, auch wenn dies nicht ganz ohne Kopfschütteln, Brechreize und böse Lachanfälle durchzuhalten war.
Am meisten haben wir uns über einen gewissen Herrn Fiedler, Mitglied einer Partei, die die Worte “Christlich Demokratisch” in ihren Namen nutzt, amüsiert.
Sein “kochender” Parteikollege aus Arnschd (Ob es sich bei diesem Bürger um den Hausmeister des Landtages handelt, kann von der Redaktion weder bestätigt noch dementiert werden.), zu sehen kurz vor dem Ende, im letzten Video (Minute 7:00), war allerdings auch nicht ganz ohne. (Buzzwords: D-A-M-A-L-S, Prager Frühling, langes Haar, Bart, Revolution)
Am Ende gibt es dann noch ein ganz großes Finale des Herrn Fiedler. Wirklich ganz großes Kino, wie im Thüringer Landtag über den Rechtsstaat diskutiert wird.
An dieser Stelle von uns ein großes Dankeschön an Roland, Andre, Susanne, Matze und die Anderen von der Thüringer Linken!
Here we go to become ganz große Lachanfälle…
Die wichtigste Information während eines Telefonates am 16.4.2009 hörte sich in etwa so an:
“Die gute Nachricht: Euern Kindern geht es gut.” Die schlechte Nachricht: “Sie wurden von der Polizei festgenommen und keiner weiß, wo sie sind. Die Polizei muß euch aber als Eltern über die Festnahme informieren!”
Die Devise: Ruhig und locker bleiben! Selbst wenn man sich mit der Liebsten gerade auf einem Kurztrip 20 Meter vor der Ostsee befindet und der minderjährige Nachwuchs zu Hause in Erfurt geblieben ist.
Was ist geschehen? Unsere minderjährigen Kinder (15 und 16 Jahre) haben am 16.4.2009 an einer friedlichen Sitzblockadevor dem besetzten Haus in Erfurt teilgenommen. Die Sitzblockade wurde aufgelöst, die Kinder sind gegen 7Uhr in Zellen mit den Maßen “0,5Meter x 0,5Meter” pro Person gesteckt wurden, die sich in einen Gefangenentransporter befanden und laut Gedächtnisprotokoll unserer Kinder durch eine Klimaanlage künstlich gekühlt wurden. Unsere Kinder befanden sich stundenlang im Gefangenentransporter. Als es wärmer wurde und die Sonne auf den Transporter schien, wurde die Klimaanlage abgestellt.
Sie hörten, wie ein anderes Mädchen, daß sich in einer Zelle nebenan befand, einen Asthmaanfall erlitt, sie hörten, wie ein anderes Mädchen Stunden lang geschrien hat, daß sie auf Toilette mußte und sie hörten die Polizisten vor den Gefangenentransportern, die das Radio noch lauter machten und dabei Smalltalk hielten. Wollten die Beamten die Schreie und Hilferufe der anderen Kinder im Transporter nicht hören? Um die Schreie im Bus kümmerten sie sich, laut Gedächtnisprotokoll unserer Kinder, jedenfalls nicht.
Am späten Nachmittag wurden unsere Kinder, ohne Beisein eines Erziehungsberechtigten, verhört und es wurden Fingerabdrücke genommen. Ein eindeutiges Vergehen seitens der Polizei, da dies bei Minderjährigen nicht erlaubt ist. Irgendwann bekamen sie endlich etwas Wasser zu trinken. Mit Essen wurden sie nicht versorgt.
Wir erfuhren nach unzähligen Telefonaten, die wir den ganzen Tag über führten, erst am späten Nachmittag, wo sich unsere Kinder befinden. Vorher konnte uns laut Aussage der Polizei keine Auskunft darüber gegeben werden, ob sie unsere Kinder überhaupt gefangen hält, da die Personalien der festgenommenen Personen leider noch nicht aufgenommen wurden. Die Personalien werden im Normalfall unmittelbar nach der Gefangennahme aufgenommen, aber sei es drum…
Zwischen 18 und 19 Uhr wurden unserer Kinder von ihrem Opa abgeholt und in die Freiheit entlassen.
Ihnen wurde durch die Polizei eingeredet, daß sie eine Anzeige wegen schweren Landfriedensbruchs und Hausfriedensbruchs zu erwarten haben. Warum? Wegen einer friedlichen, gewaltfreien Sitzblockade vor dem Erfurter besetzten Haus.
Einige andere, minderjährige Personen, die an der friedlichen, gewaltfreien Sitzblockade vor dem besetzten Haus Erfurt teilnahmen, konnte man gestern auf der Erfurter Demo gut an ihren Halskrausen und Lädierungen im Gesicht erkennen, die sie seit dem 16.4.2009 schmücken. Das Urteil zu fällen, wer die wahren Chaoten sind, überlasse ich an dieser Stelle dem geneigten, intelligenten Leser.
Dem Polizist und seinen eventuell hier mitlesenden Kollegen, der meinem Sohn nachrief: “Denk mal darüber nach, was du deinen Eltern damit antust.” möchte ich nur antworten: “Unsere Kinder haben uns am 16.4.2009 sehr stolz gemacht. Nachgedacht werden muß in den nächsten Tagen an anderer Stelle. Schön wäre es gewesen, wenn das Nachdenken vor der Räumung geschehen wäre. Schön wäre es auch, wenn jeder Diener des Staates zumindest einmal während seiner Ausbildung das Wort “Verhältnismäßigkeit” definieren müßte.”
All zu lange kann es ja, den aktuellen Entwicklungen nach zu urteilen, nicht mehr dauern, bis wieder Todesopfer auf Demos zu beklagen sind.
Wenn ein Staatsbüttel mittlerweile schon ungestraft einen Demonstrant mit seiner Waffe bedrohen darf, weil dieser ein Peacezeichen mit dem Finger auf ein Auto zeichnet, muß sich der besorgte Bundesbürger schon die Frage stellen, wo das noch hinführen soll.
Aber hey, Hauptsache die Demoauflagen für Demonstrationsteilnehmer werden immer weiter verschärft. Eine Kennzeichnungspflicht für den bezahlten Black Block Team Green kommt in unserem Rechten Staat “Rechtsstaat” doch gar nicht in die Tüte.
Ich stelle mir immer wieder aufs neue die Frage, wie tief Menschen für den schnöden Mammon sinken können, zu Befehlsempfängern mutieren, um laut eigenen Aussagen “die Demokratie zu schützen”.
Welch engagierten Bundesbürger wundert es also, wenn sich beim Anblick ähnlicher Bilder, wie diesen hier, kein wirkliches Mitleid für die “Geschädigten” breit macht???
Bei dieser Gelegenheit lassen wir noch einmal das Lied von Funny van Dannen erklingen, der uns die Frage stellt: “Was ist gefährlicher? Rassistische Polizisten, oder Saharasand?” Saharasand
Nachtrag: Ein Kommentar zur Presseberichterstattung in Dresden von freie-radios.net, speziell für die Leute, die nicht des richtigen Lesens mächtig sind und deren Kommentare hier natürlich nicht zugelassen werden.
Hach du’chen, liebes Tagebuch…die Rebel Clowns scheinen ja wirklich eine ganz gefährliche Truppe zu sein, wenn sie schon extra in den Auflagen zur Demo am 13. und 14.2.09 erwähnt werden. Ich finde es schon erstaunlich, wie gefährlich eine rote Nase und ein ganz klein wenig ziviler Ungehorsam für manch prügelnden Bundesbürger zu sein scheint.
Unten im Video zu sehen: ein gefährlicher Clown, der den friedlichen Ablauf einer Veranstaltung gefährdet!
Wie auch immer, ob nun mit oder ohne gefährlicher Nase, am Wochenende gibt es ein breites Bündnis, daß es zu unterstützen gilt und Egotronic spielen auch.